Recht & Sicherheit
Wettbüro eröffnen: Voraussetzungen, Vermittlererlaubnis und Ablauf
Um ein Wettbüro zu eröffnen, brauchst du drei Dinge: eine Gewerbeanmeldung, eine Vermittlererlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag und einen Vertrag mit einem lizenzierten Wettveranstalter. Auflagen, Kosten und Fristen unterscheiden sich je Bundesland. Verbindliche Auskunft gibt die zuständige Behörde.
Wer ein Wettbüro eröffnen will, braucht eine Gewerbeanmeldung, eine Vermittlererlaubnis nach GlüStV und eine Kooperation mit einem lizenzierten Wettveranstalter. Voraussetzungen, Kosten und Fristen variieren je nach Bundesland und Partner.
Schritt für Schritt
- Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt einreichen
- Vermittlererlaubnis bei der Glücksspielaufsicht des Bundeslandes beantragen
- Kooperationsvertrag mit einem lizenzierten Wettveranstalter schließen
- Betriebsstätte einrichten und gesetzliche Auflagen umsetzen (Jugendschutz, OASIS, Aushänge)
- Eröffnung nach Erlaubniserteilung und abschließender Prüfung durch die Behörde
Welche Genehmigungen brauche ich für ein Wettbüro?
Für eine stationäre Wettvermittlungsstelle brauchst du zwei rechtliche Grundlagen: eine Gewerbeanmeldung und eine Vermittlererlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021).
Die Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt ist der erste verwaltungsrechtliche Schritt und bescheinigt die Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit. Sie allein erlaubt dir aber nicht, Sportwetten zu vermitteln. Dafür ist die Vermittlererlaubnis erforderlich, die bei der zuständigen Landesbehörde beantragt wird.
Ergänzend muss eine Kooperation mit einem Wettveranstalter bestehen, der seinerseits über eine gültige Erlaubnis der GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) verfügt. Ohne diesen lizenzierten Partner kann keine Vermittlererlaubnis erteilt werden.
Anforderungen, Antragsstellen und Kosten unterscheiden sich je Bundesland. Hol die konkrete Auskunft bei der Glücksspielaufsicht deines Bundeslandes ein.
| Schritt | Was | Wo |
|---|---|---|
| 1 | Gewerbeanmeldung | Zuständiges Gewerbeamt |
| 2 | Vermittlererlaubnis beantragen | Glücksspielaufsicht des Bundeslandes |
| 3 | Kooperationsvertrag mit lizenziertem Veranstalter | Wettveranstalter mit GGL-Erlaubnis |
| 4 | Betriebsstätte einrichten | Eigene Räumlichkeit |
| 5 | Eröffnung nach Erlaubniserteilung | Nach Behördenprüfung |
Wie beantrage ich die Vermittlererlaubnis?
Die Vermittlererlaubnis beantragst du bei der Glücksspielaufsichtsbehörde des Bundeslandes, in dem die Wettvermittlungsstelle betrieben werden soll. Welche Behörde zuständig ist, hängt vom Standort ab. Die GGL selbst erteilt die Erlaubnis an Wettveranstalter, nicht an Vermittler.
Im Antrag wird in der Regel nachgewiesen, dass:
- du als Person oder Unternehmen die persönliche Zuverlässigkeit mitbringst (z.B. keine einschlägigen Vorstrafen),
- ein Vertrag mit einem lizenzierten Wettveranstalter vorliegt oder konkret geplant ist,
- die geplante Betriebsstätte den räumlichen und technischen Anforderungen entspricht.
Welche Unterlagen konkret beizubringen sind und welche Bearbeitungszeiten du einkalkulieren solltest, ist je nach Bundesland unterschiedlich und kann sich ändern. Frag im Zweifel direkt bei der Behörde nach. Weil Kosten und Fristen nicht einheitlich geregelt sind, nennen wir hier keine festen Zahlen.
Welche räumlichen und technischen Voraussetzungen gelten?
Die Betriebsstätte muss so eingerichtet sein, dass du alle gesetzlichen Pflichten erfüllen kannst. Dazu gehören unter anderem:
- Zugangskontrolle: Die Möglichkeit, Minderjährige am Zutritt zu hindern, muss baulich und organisatorisch gegeben sein.
- Aushänge und Hinweispflichten: Mindestalter, Spielerschutzhinweise und Kontaktdaten von Hilfsangeboten (z.B. BZgA 0800 1 37 27 00) müssen gut sichtbar angebracht sein.
- Technische Infrastruktur: Wettterminals oder Kassensysteme müssen den Vorgaben des Veranstalters entsprechen und die OASIS-Anbindung erfüllen.
- Datenschutz: Der Umgang mit Kundendaten muss den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
- Keine Geldspielgeräte: In einer Wettvermittlungsstelle sind Geldspielautomaten nicht zulässig, eine reine Sportwetten-Vermittlung und ein Spielhallenbetrieb gehören getrennt.
- Trennungsgebot und Standort: Eine Wettvermittlungsstelle darf grundsätzlich nicht im selben Gebäude wie eine Spielhalle oder Spielbank liegen. Details wie Mindestabstände oder die Zahl zulässiger Terminals regelt das jeweilige Landesrecht, sie variieren je nach Bundesland und teils je Kommune.
- Ein-Veranstalter-Prinzip: In einer Wettvermittlungsstelle wird nur die Wettmarke eines einzigen Veranstalters geführt, mehrere Marken in einem Shop sind unzulässig.
Die genauen technischen Spezifikationen kommen in vielen Fällen vom Wettveranstalter-Partner. Im Franchise-Modell werden diese Vorgaben üblicherweise vom Veranstalter bereitgestellt. Mehr zu diesem Modell im nächsten Abschnitt.
Wie funktioniert das Franchise-Modell bei Tipico?
Viele Wettbüro-Betreiber arbeiten im Franchise-Modell mit einem etablierten Wettveranstalter. Als Franchisenehmer stellst du die Betriebsstätte, das Personal und die organisatorische Infrastruktur. Der Franchisegeber stellt Wettangebot, Technologie, Marke und in vielen Fällen Unterstützung bei Behördengängen bereit.
Auch Tipico arbeitet bei seinen Shops mit Franchise-Partnern, manche betreiben mehrere Standorte. Das merkst du zum Beispiel an der Kundenkarte: Laut Tipico Help Center gilt sie in dem Shop, der sie ausgestellt hat, und in den weiteren Shops desselben Franchise-Partners. Wie du Tipico Partner wirst, erfährst du nur direkt bei Tipico.
Der Vorteil dieses Modells liegt in der Nutzung eines bestehenden lizenzierten Systems. Du musst keine eigene Wettplattform aufbauen und trittst unter einem bekannten Markenauftritt an. Die genauen Konditionen, Lizenzbeiträge und Abrechnungsmodelle sind je nach Veranstalter sehr unterschiedlich und lassen sich nicht pauschal nennen.
Wenn du ein bestehendes Wettbüro kennenlernen möchtest, bevor du einen Schritt weiter gehst, findest du in unserer Karte eine Wettvermittlungsstelle in deiner Nähe. Und wie der Alltag in einem Wettbüro aussieht, erklärt unser Beitrag Wie funktioniert ein Wettbüro?.
Welche Pflichten hat ein Betreiber im laufenden Betrieb?
Die Pflichten aus der Vermittlererlaubnis gelten für den gesamten laufenden Betrieb. Wer sie nicht erfüllt, riskiert die Rücknahme der Erlaubnis:
- Jugendschutz: Mindestalter 18 Jahre (in Bremen 21) ständig sicherstellen, Zutrittsverbot für Minderjährige einhalten, Personal entsprechend schulen.
- Spielerschutz: Auf Anzeichen von Spielproblemen reagieren, Selbstsperren entgegennehmen, Hinweise auf Hilfsangebote (BZgA 0800 1 37 27 00) anbringen.
- OASIS-Anbindung: Gesperrte Personen müssen erkannt und abgewiesen werden.
- Meldepflichten: Bestimmte Ereignisse oder Veränderungen müssen der Behörde gemeldet werden.
- Quoten- und Produkttreue: Im Franchise-Modell müssen in der Regel die Vorgaben des Veranstalters eingehalten werden.
Die genauen Auflagen stehen im Erlaubnisbescheid und können je nach Bundesland und Veranstalter-Vertrag variieren. Frag im Zweifel bei der zuständigen Behörde nach. Welche Regeln für Öffnungszeiten und Betrieb gelten, liest du unter Wettbüro Öffnungszeiten und Regeln.
Mehr aus dem Wissen-Bereich
Quellen und weiterführende Hinweise: Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV), Gewerbeordnung (GewO)
Häufige Fragen
Brauche ich eine eigene Sportwetten-Lizenz als Wettbüro-Betreiber?
Nein. Als Betreiber einer Wettvermittlungsstelle brauchst du keine Veranstaltererlaubnis, sondern eine Vermittlererlaubnis. Die Veranstaltererlaubnis liegt beim Wettunternehmen, mit dem du als Franchisenehmer oder Partner zusammenarbeitest. Dieses Unternehmen muss über eine gültige Erlaubnis der GGL verfügen.
Welche Behörde ist für die Vermittlererlaubnis zuständig?
Zuständig ist die Glücksspielaufsichtsbehörde des Bundeslandes, in dem du die Wettvermittlungsstelle betreiben möchtest. Die genaue Bezeichnung der Behörde variiert je nach Bundesland. Die GGL erteilt Veranstaltererlaubnisse, nicht Vermittlererlaubnisse. Im Zweifel direkt bei der Landesbehörde nachfragen.
Darf ich einen Wettshop ohne Lizenz betreiben?
Nein. Der Betrieb einer Wettvermittlungsstelle ohne gültige Erlaubnis ist in Deutschland illegal. Die Behörde kann den Betrieb untersagen und empfindliche Bußgelder verhängen.
Welche Jugendschutz-Auflagen gelten für ein Wettbüro?
Wettbüros sind verpflichtet, das Mindestalter von 18 Jahren (in Bremen 21) zu prüfen und Minderjährigen den Zutritt zu verweigern, soweit das Landesrecht ein Zutrittsverbot vorsieht. Das Personal muss entsprechend geschult sein. Aushänge mit Hinweisen auf das Mindestalter und Spielerschutz-Anlaufstellen sind Pflicht. Verstöße können zur Rücknahme der Erlaubnis führen.
Kann ich ein Wettbüro eröffnen ohne Franchise-Partner?
Theoretisch ist das möglich, wenn du mit einem lizenzierten Veranstalter eine individuelle Vermittlervereinbarung schließt. In der Praxis arbeiten viele stationäre Wettbüros im Franchise-Modell, da der Veranstalter Technologie, Marke und häufig Unterstützung bei Behördengängen mitbringt. Die konkreten Optionen erfährst du am besten direkt bei einem lizenzierten Wettveranstalter.
Kann ich ein Tipico Wettbüro eröffnen?
Tipico arbeitet bei seinen Shops mit Franchise-Partnern, manche betreiben mehrere Standorte. Wie du Partner wirst und welche Konditionen gelten, veröffentlichen wir auf dieser Website nicht. Diese Informationen bekommst du nur direkt von Tipico. Unabhängig davon brauchst du für jeden Standort eine Erlaubnis der zuständigen Landesbehörde.




