DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hat den deutschen Konfrontationskurs gegen den umstrittenen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino kurz vor Beginn einer wichtigen Sitzung des europäischen Fußballs verdeutlicht. „Ich bin kein Papagei, ich habe es die letzten Wochen oft genug gesagt. Es sind im Sommer so viele Fehler passiert, vom Friedenspreis, das Balogun-Thema bis zum Gipfel der Investorengeschichte“, sagte der Multifunktionär in Berlin.
DFB-Boss Watzke: Klare Haltung gegen FIFA-Chef Infantino
Es gebe eine klare Meinung im Deutschen Fußball-Bund, betonte UEFA-Vizepräsident Watzke und verwies auch auf Verbandschef Bernd Neuendorf. „Wir müssen ihn vom Platz stellen“, hatte dieser jüngst dem „Tagesspiegel“ gesagt. „Gianni Infantino ist als FIFA-Chef nicht mehr tragbar. Er hat dem Fußball sehr geschadet.“
UEFA-Gipfel in Berlin: Machtkampf mit FIFA-Chef Infantino
In Berlin treffen sich heute die Spitze der Europäischen Fußball-Union UEFA und die Chefs der 55 UEFA-Mitgliedsverbände. Dabei steht am Vormittag das weitere Vorgehen im Machtkampf mit Infantino auf der Agenda.
Der FIFA-Chef war nach einem letztlich gescheiterten Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren im Sommer massiv unter Druck geraten. Zudem spielte Watzke auf die Verleihung des FIFA-Friedenspreises an US-Präsident Donald Trump und die Aussetzung der Sperre für den US-Stürmer Folarin Balogun bei der Fußball-WM an.
Auch Infantinos Führungsstil wird von Teilen der Fußball-Welt scharf kritisiert. Er hatte darauf zuletzt reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen in der FIFA angeboten.
FIFA-Wahl 2027: Infantino strebt vierte Amtszeit an
Der 56-Jährige führt den Weltverband seit 2016 an, beim nächsten FIFA-Kongress im März 2027 im marokkanischen Rabat strebt er die Wiederwahl für eine vierte Amtszeit an. Dafür hatten ihm vor allem die Verbände aus Europa sowie Nord- und Mittelamerika und der Karibik (Concacaf) das Vertrauen entzogen. Auch Teile Asiens haben sich öffentlich gegen Infantino gestellt.
Einen Gegenkandidaten für den Amtsinhaber gibt es aktuell jedoch nicht. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die UEFA bereits heute einen Anwärter offiziell verkündet. Bis zum Ende des 18. Novembers hat die Opposition Zeit, einen Bewerber zu benennen.
Als möglicher Kandidat gilt Concacaf-Präsident Victor Montagliani aus Kanada. Öffentlich gehandelt wurden ebenfalls Aleksander Ceferin, Präsident der Europäischen Fußball-Union UEFA, und Nasser al-Khelaifi, katarischer Chef von Paris Saint-Germain – beide haben jedoch mehrfach alle Ambitionen von sich gewiesen.
(dpa)




